Industrie West
Planungszone Industriegebiet Wässeri
Das Industriegebiet Wässeri soll nachhaltig weiterentwickelt werden. Die Gemeinde Hinwil hat deshalb vorsorglich eine Planungszone beantragt und vom Kanton bewilligt erhalten. Die Planungszone wurde im April 2025 erlassen. Eine Planungszone ist ein zeitlich befristetes, raumplanerisches Instrument. Während der Geltungsdauer dürfen keine Bauvorhaben umgesetzt werden, die der Planung widersprechen.
Die Gemeinde Hinwil will das Industriegebiet Wässeri nachhaltig und zukunftsorientiert weiterentwickeln. Vor einem Jahr hat eine Projektgruppe darum mit der Erarbeitung eines kommunalen Richtplans begonnen.
Kürzlich wurde ausserdem ein kooperativer Planungsprozess angestossen: Bei diesem informellen Vorgehen nehmen der Kanton, die SBB, die Regionalplanung Zürcher Oberland sowie die Gemeinde Hinwil gemeinsam und kooperativ eine Analyse der pendenten Bauvorhaben im Industriegebiet Wässeri vor. Dies mit dem Ziel, bis 2027 geeignete Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung des Industriegebiets zu entwerfen. Hinwil soll als moderne, attraktive und zukunftsgerichtete Gemeinde gestärkt werden.
Aus Sicht des Gemeinderats steht Hinwil aktuell an einem Wendepunkt des Wachstums. Die raumplanerische Situation präsentiert sich sehr komplex. Für eine nachhaltige Entwicklung müssen die Bau- und Infrastrukturvorhaben im Industriegebiet zwingend koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um mögliche Zielkonflikte erkennen und Synergien optimal nutzen zu können. Aus diesem Grund hat die Gemeinde einen folgerichtigen nächsten Schritt vollzogen und für das Industriegebiet Wässeri vorsorglich eine Planungszone beantragt. Das kantonale Amt für Raumentwicklung hat diesem Vorhaben Ende April zugestimmt.
Eine Planungszone ist ein raumplanerisches Instrument: Es schützt ein Gebiet vorübergehend, um eine geordnete Anpassung oder Neuerstellung von Nutzungsplänen zu ermöglichen. Während der Geltungsdauer dürfen keine Vorhaben umgesetzt werden, die der Planung widersprechen. Das betrifft insbesondere Bauvorhaben, die mit den bestehenden oder den vorgesehenen neuen Vorschriften unvereinbar wären. Mit einer Planungszone lässt sich verhindern, dass durch kurzfristige Baugesuche oder Nutzungsänderungen vollendete Tatsachen geschaffen werden, welche die Planung unterlaufen würden. Wenn ein Bauvorhaben den genannten Punkten nicht widerspricht, kann eine Baubewilligung in Aussicht gestellt werden.
Die Planungszone für das Industriegebiet Wässeri ist befristet auf drei Jahre. Nicht davon betroffen sind Bauvorhaben, die bereits bewilligt wurden. Der Gemeinderat Hinwil ist sich bewusst, dass dies eine gewisse Einschränkung darstellt. Er hofft aber auf Verständnis für die Massnahme – sie ist notwendig, um die Zukunftsentwicklung von Hinwil geplant und zielgerichtet fortführen zu können.
Bei Fragen zur Planungszone steht Ihnen die Abteilung Bau und Planung (Thomas Mauchle, Nicole Megliola und Manuel Weiss) gerne zur Verfügung.
2. Juni 2026
2. Informationsanlass Industrie West
Am 2. Juni lud die Gemeinde Hinwil zu einer Informationsveranstaltung ein, um den Hinwilerinnen und Hinwilern einen Einblick zu geben in den aktuellen Stand zahlreicher Projekte rund um die Industrie West. (siehe Folien Präsentation unter "Dokumente")
Wie Gemeindepräsident Andreas Bühler eingangs erläuterte, knüpfte die Veranstaltung an einen Anlass vom April 2025 an. Damals zeigte die Gemeinde auf, wieviele Projekte rund um das Industriegebiet hängig sind – die frisch angekündigte SBB Serviceanlage war nur eines davon. Die insgesamt 14 Projekte sind allesamt gross und komplex. Das macht es für die Gemeinde anspruchsvoll, all die unterschiedlichen Vorhaben aufeinander abzustimmen. Um zu verhindern, dass deren Auswirkungen die Gemeinde überlasten, haben der Kanton, die Gemeinde, die SBB und die Regionalplanung Zürcher Oberland einen sogenannten «kooperativen Planungsprozess» initiiert. Sein Ziel: Am runden Tisch eine Auslegeordnung vornehmen und gemeinsam nach gangbaren Wegen suchen.
Nun, am 2. Juni, zeigte Gemeinderätin Christina Haffter mit Bezugnahme auf die 14 Projekte auf, wo zwischenzeitlich massgebliche Neuerungen zu verzeichnen sind:
- KEZO Neubau/Energiehub: Ein Siegerprojekt wurde bestimmt. Die KEZO kommunizierte dazu vor einem Monat im Hirschen. Aktuell wird ein Gestaltungsplan erarbeitet.
- EZL Fernwärme: Bauliche Vorabklärungen haben stattgefunden, ein Verzicht auf die Erschliessung Rapperswil-Jona wurde beschlossen.
- Audi Revolut F1: Zuwachs von rund 300 Arbeitsplätzen, der Prozess für eine bauliche Erweiterung ist im Gang
- Kanton ZH Deponie Bodenweid: Pläne sind bis auf Weiteres verworfen
- Kanton ZH Windenergie: Das Verfahren zum Richtplaneintrag ist am Laufen. Die Hinwiler Teilrevision der BZO mit Festsetzung eines Mindestabstandes zu Windkraftanlagen wurde vom Kanton nicht genehmigt. Die Gemeinde legte Rekurs ein, dieser wurde abgewiesen. Der Gemeinderat verzichtet auf einen Weiterzug mangels Erfolgschancen.
Ein Ort, wo man gerne hingeht
Als zweiten Themenschwerpunkt präsentierte Christina Haffter den «Masterplan Arbeitsplatzgebiet Hinwil West», den die Gemeinde als Weiterführung des Leitbilds 2011 für die Wässeri erarbeitet hat. Ein Masterplan ist ein informelles (also nicht rechtsverbindliches) Instrument der Raumplanung. Er skizziert ein Zielbild, wie und wohin sich die Wässeri bis 2050 entwickeln soll.
Denn in der Wässeri steckt noch viel Potential. Das machte Christina Haffter in ihren Ausführungen deutlich: Die Wässeri ist das drittgrösste Arbeitsplatzgebiet des Kantons Zürich und bislang erst zu einem Drittel ausgebaut. Sie ist so etwas wie ein ungeschliffener Diamant, den man mit kluger Entwicklung über die Zeit noch formen kann. So, wie es im Leitbild formuliert ist: hin zu einem vorbildlichen, also einladenden, lebendigen und zukunftsweisenden Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitgebiet. Einem Ort, wo sich nicht nur Betriebe gerne ansiedeln, sondern der auch für Arbeitnehmende gut erreichbar ist, wo sie gerne ihre Mittagspause verbringen und wo auch Hinwilerinnen und Hinwiler gerne hingehen.
Wie das gelingen kann, zeigt der Masterplan auf: Entstanden ist ein umfassender Bericht mit zahlreichen Karten und Vertiefungsfeldern. Auf der Website der Gemeinde Hinwil können Interessierte ihn abrufen.
Da der Verkehr im Ganzen eine wichtige Rolle einnimmt, informierte der Abteilungsleiter Bau + Planung, Thomas Mauchle, am Informationsabend ausserdem über zwei laufende Verkehrsprojekte der Gemeinde. Bei der Verkehrsberuhigung in den Quartieren konnte er vermelden, dass sich das Projekt nach Begehungen mit der Kantonspolizei auf der Zielgeraden befindet und letzte Anpassungen an den Massnahmenplänen vorgenommen werden. Thomas Mauchle gab auch noch Einblick in die ÖV-Analyse, welche die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Sie zeigt auf, dass eine Attraktivitätssteigerung des ÖV-Angebotes notwendig ist, insbesondere bei Routen mit hoher Nachfrage und geringem ÖV-Anteil. Die Analyse liefert nun gute Daten und Grundlagen für die weiteren Schritte.
Gemeinsam nach Lösungen suchen
Zum Abschluss zeigte Mikal Aline Müller (Projektleiterin beim kantonalen Amt für Raumentwicklung), den aktuellen Stand des erwähnten kooperativen Planungsprozesses auf. Wie sie darlegte, wurden in einer ersten Phase die Grundlagen erarbeitet und Gespräche geführt. Dabei ging es insbesondere darum, die verschiedenen Vorhaben und deren Auswirkungen gesamthaft zu erfassen und die gegenseitigen Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Darauf basierend wurden sogenannte Vertiefungspakete definiert, also Themenbereiche, bei denen ein besonderer Koordinations- und Klärungsbedarf besteht. 2027 sollen die Ergebnisse zusammengeführt werden, ab 2028 folgt die Umsetzung in nachgelagerten Planungen.
8. April 2025
1. Informationsanlass Industrie West
Das Publikumsinteresse war gross: Rund 120 Personen folgten am 8. April der Einladung der Gemeinde. Nach einer Begrüssung durch Gemeindepräsident Andreas Bühler legte Gemeinderätin Christina Haffter in einem Überblick die Vielzahl der grösseren Bau- und Infrastrukturvorhaben dar, die derzeit im Bezug auf das Industriegebiet West hängig sind (siehe Folien Präsentation unter "Dokumente"):
- KEZO: Neubau/Entwicklung zum Energiehub
- KEZO: CO2 Abscheidung Pipeline
- ZAVRE Schlackenaufbereitung
- EZL: Fernwärme, Redundanzheizung Areal
- FBB: Baustoffherstellung (Asphalt, Beton, Kalksandstein)
- FBB: Transpore Kieswaschanlage Bäretswil
- Beerstecher AG: Revision GP Stocken
- S-Bahn-Haltestelle Wässeri
- Sauber Motorsport AG: Weiteres Wachstum
- Belimo AG: Weiteres Wachstum
- Kanton Zürich: Deponie Bodenweid
- Kanton Zürich: Windenergie
- SBB: Serviceanlage
- ASTRA: Lückenschluss A15
Zu jedem Projekt erläuterte Christina Haffter kurz die Hintergründe sowie die daraus resultierenden möglichen Auswirkungen.
SBB Serviceanlage
Erst kürzlich bekannt geworden ist dabei das Vorhaben einer SBB-Serviceanlage, die von Stefan Holzinger (Leiter Anlagen Produktion Personenverkehr SBB) am Anlass selbst kurz präsentiert wurde. Er zeigte auf, warum die SBB solche Anlagen benötigt und welche Kriterien die SBB bei der Standortevaluation angewendet hat. Die geplante Anlage soll mit Zeithorizont 2050 realisiert werden. Mit drei Hallengleisen für 150m lange Züge erfordert sie etwa 5 Hektaren Land. Derzeit steht eine Mehrfachnutzung des Areals des Armeelogistikcenters im Fokus.
Wie der prägnante Überblick von Christina Haffter aufzeigte, haben viele der präsentierten Projekte bei einer Umsetzung einen massgeblichen Einfluss auf das Orts- und Landschaftsbild. In vielen Fällen muss man auch mit erheblichem Mehrverkehr rechnen. Die Projekte weisen aber auch auf das grosse Potential hin, welches das Industriegebiet in der Wässeri besitzt.
Wichtigkeit vorausschauender Planung
«Hinwil steht an einem Wendepunkt für die weitere Entwicklung», sagte Gemeindepräsident Andreas Bühler. Aus Sicht des Gemeinderats Hinwil ist es darum entscheidend, dass sich das weitere Wachstum verträglich gestaltet. Das Risiko besteht jedoch, dass sich die Bau- und Infrastrukturvorhaben unkoordiniert und ohne Abstimmung aufeinander weiterentwickeln. Das könnte sich negativ auswirken und dazu führen, dass künftig die Schwerindustrie das Landschaftsbild dominiert. Bestehende Arbeitgeber könnten abwandern, der Gemeinde entgingen wichtige Steuererträge.
Gemeindepräsident Andreas Bühler legte dar, warum es dem Gemeinderat vor diesem Hintergrund ein grosses Anliegen ist, dass die Vorhaben nicht nur einzeln und isoliert beurteilt, sondern in ihren Auswirkungen auch im übergeordneten Kontext betrachtet werden. Eine vorausschauende Planung ist essentiell. Hinwil soll seine Qualität als ländlich und zugleich städtisch-urbane Gemeinde behalten. Für den Gemeinderat ist es darum ein Erfolg, dass in Hinwil ein sogenannter «kooperativer Planungsprozess» angestossen werden konnte.
Kooperativer Planungsprozess
Wie Kantonsplaner Benjamin Meyer darauffolgend darlegte, geht es beim vereinbarten informellen Prozess darum, dass der Kanton, die SBB, die Regionalplanung Zürcher Oberland sowie die Gemeinde Hinwil gemeinsam und kooperativ eine Analyse der pendenten Vorhaben vornehmen und diese in ihren Auswirkungen abschätzen. Dies mit dem Ziel, geeignete Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung des Industriegebiets zu entwerfen. Hinwil soll als moderne, attraktive und zukunftsgerichtete Gemeinde gestärkt werden.
Durch die dringend notwendige Gesamtbetrachtung ergebe sich für Hinwil eine Chance, schloss Gemeindepräsident Andras Bühler die Ausführungen: «Unser Ziel ist es die Identität der Gemeinde zu erhalten und einen Mehrwert zu erzielen.»
Die anschliessende Möglichkeit Fragen zu stellen, wurde von den Anwesenden gut genutzt.
20. März 2025
SBB und Kanton Zürich prüfen Optionen für eine Serviceanlage im Industriegebiet West
Am 20. März 2025 wird öffentlich bekannt: Für eine Serviceanlage mit Zeithorizont 2050 prüfen die SBB und der Kanton Zürich Optionen in Hinwil im Gebiet Industrie West (siehe Medienmitteilung SBBExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.).
Der Gemeinderat Hinwil wurde im September 2024 darüber informiert. Dem Gemeinderat ist eine koordinierte Gesamtbetrachtung des betreffenden Industriegebiets ein zentrales Anliegen. Denn das Vorhaben Serviceanlage kann nicht isoliert, sondern muss im grösseren Kontext betrachtet werden. In Hinwil stehen im Industriegebiet zahlreiche grosse Bau- und Infrastrukturprojekte an. Hinwil befindet sich seit Jahren im konstanten Wachstum und aktuell an einem Wendepunkt der weiteren Entwicklung. Die raumplanerische Situation ist komplex und nimmt die Hinwiler Behörden stark in Anspruch. Bei den Bau- und Infrastrukturvorhaben unterschiedlichster Ansprechpartner – bei denen teils übergeordnete öffentliche Interessen geltend gemacht werden können – besteht das Risiko, dass sie sich unzureichend aufeinander abgestimmt weiterentwickeln.
Gemeinderat initiiert kooperativen Planungsprozess für Industriegebiet
Weitere grosse Infrastrukturprojekte mit Auswirkungen auf Emissionen, Verkehr und das Landschaftsbild müssen darum kritisch geprüft und vorausschauend geplant werden. Die Gemeinde Hinwil hat gemeinsam mit dem Kanton Zürich, der SBB, der Planungsregion Zürcher Oberland und dem ZVV eine Absichtserklärung für ein koordiniertes Vorgehen vereinbart: In einem vom Kanton Zürich geleiteten, kooperativen Planungsprozess sollen die Projektvorhaben im Industriegebiet Hinwil West einer gesamtheitlichen Betrachtung unterzogen werden. Dies vor allem im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf Raum, Umwelt und Verkehr. Von einer sorgsamen, zielbewussten Gebietsentwicklung profitiert nicht nur Hinwil, davon profitieren auch die umliegenden mitbetroffenen Gemeinden, die Region und der Kanton.
Der Gemeinderat Hinwil erkennt im kooperativen Planungsprozess die beste Chance für die gezielte und nachhaltige Entwicklung von Hinwil. Der Planungsprozess soll – so die geteilte Auffassung aller Projektpartner – dazu beitragen, Hinwil als moderne, attraktive und zukunftsgerichtete Standortgemeinde zu stärken und die Siedlungs-, Wohn- und Lebensqualität zu fördern.
Der Gemeinderat Hinwil führt am 8. April 2025 im Hirschensaal Hinwil eine öffentliche Informationsveranstaltung durch. Anwesende erhalten weiterführende Informationen zum Thema Serviceanlage. Ausserdem präsentiert der Gemeinderat einen Überblick über den Stand der pendenten Bauvorhaben im Industriegebiet West.
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| Folien Informationsveranstaltung vom 08.04.2025 (PDF, 15.89 MB) | Download | 0 | Folien Informationsveranstaltung vom 08.04.2025 |
| Medienmitteilung Hinwil vom 20.3.2025 (PDF, 76 kB) | Download | 1 | Medienmitteilung Hinwil vom 20.3.2025 |
| Folien Informationsveranstaltung vom 02.06.2026 (PDF, 25.53 MB) | Download | 2 | Folien Informationsveranstaltung vom 02.06.2026 |